Anwälte der Stadt Linz orten erhebliche Fehler im Gutachten deutscher Experten Anwälte der Stadt Linz orten erhebliche Fehler im Gutachten deutscher Experten
Gestern Abend brachte die Stadt Linz ihre Stellungnahme zum Gutachten der deutschen Professoren Wystup und Schmidt im Swap-Verfahren gegen die BAWAG ein. In einer zentralen Frage des Verfahrens orten die Anwälte der Stadt erhebliche Fehler im Gutachten. So hatten die Gutachter nicht ausgeschlossen, dass der Swap 4175 – unter bestimmten Rahmenbedingungen – für die Stadt auch hätte von Vorteil sein können. Sie kamen zu diesem Schluss aufgrund mathematischer Simulationsmodelle. Die Stadt Linz kann nun zeigen, dass diese Schlussfolgerung der Gutachter auf erheblichen Fehlern in der Programmierung und in der Modellauswahl beruht.
Beseitigt man diese Fehler, so sieht man auch in den Modellen der Gutachter die fehlende Eignung des Swap, er hat – bereits 2007 erkennbar – der Stadt eine unvertretbare Erhöhung des Fremdwährungsrisikos beschert. Die fehlende Eignung des Swap ist daher zentraler Punkt der Gutachtenserörterung.
Daneben soll geklärt werden, ob der BAWAG nicht schon aufgrund ihrer eigenen Systeme das für die Stadt untragbare Risiko aufgefallen ist und warum sie davor Mag. Penn nicht gewarnt hat. Die Gutachter haben ja festgestellt, dass die Stadt bereits bei Abschluss des Swap ein Risikobudget von 133 Millionen Euro hätte auf die Seite legen müssen; das war mehr als die bereits bestehende Schweizer Franken Anleihe. Weiterhin offen ist die Frage, welchen Schaden die BAWAG letztlich tatsächlich hatte.